Sir Norman Foster – Der Architekt der Superlative

Teil 12 der Plateau RED-Reihe „Inspirierende Persönlichkeiten der Architektur“

Sir Norman Foster
* 1. Juni 1935
Britischer Architekt

Der Commerzbank-Tower in Frankfurt, die Kuppel des Bundestages in Berlin, der Hongkong International Airport Check Lap Kok, der Apple Park in Cupertino oder zahlreiche Apple Flagship Stores – diese und viele andere weithin bekannte Gebäude stammen vom selben Ausnahme-Architekten: Sir Norman Foster.

Neben dem Ritterschlag durch die Queen im Jahr 1990 erhielt er zahlreiche weitere renommierte Preise und Auszeichnungen, unter anderem das „Große Bundesverdienstkreuz mit Stern“; er gehört dem „Pour le mérit Orden“ an, ist Mitglied der „Akademie der Künste“ und trägt den Titel eines „Life Peer“, wodurch er den klingenden Titel „Baron Foster of Thames Bank“ tragen darf. Zweifellos gehört er bis heute zu den gefragtesten Planern weltweit.
Der Sohn einer Arbeiterfamilie kam am 1. Juni 1935 in Manchester zur Welt. Schon in jungen Jahren war seine Leidenschaft für die Architektur erkennbar. Sein Architekturstudium an der School of Architecture and City Planing der Manchester University schloss er 1961 ab und erhielt ein Stipendium an der Yale School of Architecture in New Heaven, wo er mit dem Master’s degree abschloss. Im Anschluss gründete er mit seiner damaligen Frau Wendy und dem Ehepaar Sue und Richard Rogers das Architekturbüro „Team 4“, aus dem 1967 das heutige Büro „Foster + Partners“ hervorging. Mit seinem High-Tech-Stil und scharfkantiger Modernität prägte er die britische Architektur der Gegenwart und setzte weltweit Akzente. Auch in Deutschland entwarf er eine Reihe von Gebäuden. Überdies fühlte er sich mit Persönlichkeiten der deutschen Architektur- und Designszene verbunden, wie zum Beispiel Ludwig Leo oder Otl Aicher.

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Ein Planer der Superlative
Als ein Meilenstein in seiner Karriere gilt der Entwurf der Hauptverwaltung der „Hongkong and Shanghai Banking Corporation“ in Hongkong. Bei der Eröffnung 1985 war der Tower das teuerste Hochhaus der Welt – mit fast 700 Millionen Euro Baukosten.

Übrigens keineswegs der einzige Rekord, den Norman Foster aufstellte: Der Commerzbank-Tower in Frankfurt am Main ist Deutschlands höchstes Hochhaus, das Viadukt in Millauin Frankreich ist die höchste Brücke der Welt, der Apple Park in Cupertino zählt zu den größten Bürogebäuden der Welt. Ungeachet dessen stellt er bei seinen Entwürfen den Menschen in den Mittelpunkt und richtet die Gebäude nach ihm aus. So wird er auch als der „grüne“ Foster bezeichnet. Sowohl „The Gherkin“ in London als auch der Commerzbank-Tower sind für ihre ökologische Bauweise mehrfach ausgezeichnet. Ihre Fassaden ermöglichen eine natürliche Lüftung und Klimatisierung der Gebäude. Bis heute zeichnen sich seine Objekte durch seine Faszination für innovative Technik, leichte Tragwerke und Eleganz aus.

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Kein Ende in Sicht
Eines seiner derzeit wohl spektakulärsten Projekte ist die Planung des „Tulip Tower“ in London, direkt neben „The Gherkin“. Das 305 Meter hohe Gebäude ähnelt einer geschlossenen Tulpe und wird der zweitgrößte Wolkenkratzer der Stadt. Er bietet Platz für Büros, Wohnungen und Bars – und soll 2025 fertiggestellt sein.
Ein weiteres Projekt beschäftigt seit Anfang des Jahres Foster und die Öffentlichkeit. Für JP Morgan plant er in New York mit 360 Metern einen der größten Türme der Stadt als neues Headquarter. Doch dazu müsste zunächst das bisherige abgerissenen werden: die legendäre „270 Park“ aus der Nachkriegsmoderne. Der Abriss wäre der größte in der Geschichte New Yorks.

Instagram @officialnormanfoster

Der Mann hinter den Wolkenkratzern
Einen Blick auf den Menschen, der hinter dieser ungebrochenen Gestaltungsenergie steckt, eröffnet sein Instagram-Account, der mit 462.000 Followern mit so einigen „großen Influencern“ mithalten kann. Er eröffnet ästhetische Blicke hinter die Kulissen, private Schnappschüsse, einen Visionär, kulinarische Spezialitäten, Sport – der Mann hinter den Monumentalbauten ist neugierig, hat ein Auge fürs Detail, liebt Oldtimer und seine Hunde. Und deshalb ist es wenig verwunderlich, dass Foster hin und wieder auch Wohnhäuser errichtet – natürlich immer mit einem innovativen Kick. So baute er in Lüdenscheid eine Privatvilla ohne Treppen. Die zwei Ebenen sind lediglich durch vier Rampen verbunden.